Viele Menschen berichten von einer spürbaren Konzentrationsschwäche am frühen Nachmittag, besonders wenn der Schlaf durch junge Kinder unterbrochen wird oder zahlreiche digitale Reize die Aufmerksamkeit zersplittern. Das ständige Wechseln zwischen Aufgaben kann zu Frustration und einem Gefühl führen, kaum etwas abgeschlossen zu bekommen.
Die 5-5-5-3-Methode, vorgestellt von Karrierecoach Jo Irving, sieht einen strukturierten Ablauf vor: Zunächst fünf Minuten dafür, die Aufgabe zu definieren und eine klare Intention zu setzen. Anschließend fünf Minuten zum Aufräumen des Arbeitsplatzes, Entfernen von Ablenkungen und Bereitstellen aller benötigten Materialien. Danach folgen fünf Minuten bewusstes Atmen oder Stille, um das Nervensystem zu beruhigen. Schließlich werden 30 Minuten ununterbrochen an der jeweiligen Aufgabe gearbeitet.
Im eigenen Test setzte der Autor die Methode gegen 14:30 Uhr ein, nachdem ein kurzer Spaziergang das Nachmittagstief etwas gelindert hatte. Nach der Planungsphase wurden alle offenen Tabs geschlossen, das Smartphone in ein anderes Zimmer gelegt und Benachrichtigungen deaktiviert. Während der Atemübungen lenkten gelegentliche Gedanken ab, doch das Fokussieren auf ein Objekt im Raum half, die Ruhe zu halten. Beim Beginn der Arbeitsphase fühlte sich der Geist klarer an, und es gelang leichter, bei einer einzigen Aufgabe zu bleiben, obwohl zahlreiche weitere Tabs geöffnet waren.
Irving betont, dass die Methode besonders für Menschen geeignet sei, die leicht abgelenkt werden oder Schwierigkeiten beim Einstieg in konzentriertes Arbeiten haben. Durch die feste Vorbereitungsphase werde die häufige Ausrede „Ich bin noch nicht bereit“ eliminiert, und der bewusste Atemzug unterstütze den Übergang in einen fokussierten Zustand.