Intimitätskoordinatoren im Film- und Fernsehbereich
In den letzten zehn Jahren haben Intimitätskoordinatoren auf Film- und Fernsehsets zunehmend an Bedeutung gewonnen. Sie unterstützen Schauspielerinnen und Schauspieler bei Szenen mit Nacktheit oder sexuellen Handlungen, um potenziell gefährliche Situationen zu vermeiden. Dieser Berufszweig entwickelte sich besonders nach der Me‑Too‑Bewegung, die jahrelang unangemessenen Verhalten in der Branche aufdeckte.
Lena Headey, bekannt aus Serien wie "Game of Thrones", erklärte in einem Interview mit HuffPost UK, dass sie zu Beginn ihrer Karriere keinerlei derartige Begleitung erfahren habe. „Ich bin so alt, dass ich damals keinen Intimitätskoordinatoren erlebt habe, als man mich nackt sehen wollte“, sagte sie. Damals habe es überhaupt keine Gespräche darüber gegeben, sodass man einfach „mitgemacht“ habe.
Heute sieht Headey die Rolle der Koordinatoren als wertvoll an, betont jedoch gleichzeitig, dass die Qualität variieren könne. Ein guter Koordinator könne das Arbeiten erleichtern, ein weniger erfahrener hingegen das Gegenteil bewirken. Sie selbst fühle sich nun sicher genug, eigene Grenzen klar zu kommunizieren und bei Bedarf „Nein“ zu sagen.
Die Schauspielerin äußerte auch, dass sie das Thema in ihrem neuen BBC‑Sounds‑Hörspiel "Intimacy" bewusst in den Vordergrund stellt. In der Produktion übernimmt sie sowohl die Regie als auch die Hauptrolle einer ehemaligen Darstellerin, die nach einer belastenden Erfahrung als Intimitätskoordinatorin arbeitet. Dabei geht es um Fragen von Selbstwert, Glauben und persönlicher Integrität.
Während einige Kollegen wie Sir Ian McKellen oder Sean Bean die Anwesenheit von Koordinatoren als potenziell störend für die Spontaneität kritisieren, betonen andere wie Jane Fonda, Kate Winslet oder Florence Pugh, dass sie solche Unterstützung zu Beginn ihrer eigenen Karrieren vermisst hätten. Headey selbst beschreibt die aktuelle Debatte als „interessant“ und sieht sich als Brücke zwischen zwei Generationen von Schauspielerinnen und Schauspielern.