Kolorektaler Krebs, bestehend aus Kolon- und Rektumkarzinom, bleibt eine der häufigsten Krebsarten und eine führende Todesursache weltweit. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der Erkrankungsraten bei jüngeren Erwachsenen, der sich seit den 1990er‑Jahre nahezu verdoppelt hat.
Viele frühe Symptome wie Verstopfung, Durchfall oder Müdigkeit werden häufig als harmlos abgetan und mit Reizdarmsyndrom oder unverträglicher Nahrung verwechselt. Deshalb betonen Fachleute die Bedeutung des Erkennens weniger bekannter Warnzeichen, um eine frühzeitige Diagnose zu ermöglichen.
Stuhlinkontinenz als mögliches Symptom
Stuhlinkontinenz, auch faecale Inkontinenz genannt, tritt bei den meisten Patientinnen und Patienten mit kolorektalem Krebs nicht auf, kann aber insbesondere bei Tumoren im Rektumbereich auftreten. Laut Dr. Jason B. Carter, Urologe und medizinischer Berater bei Aeroflow Urology, kann das Symptom darauf hindeuten, dass der Tumor bereits fortgeschritten ist, da es meist erst bei größeren Läsionen zu einem mechanischen Hindernis des Stuhlgangs kommt.
Dr. Ketan Thanki, kolorektaler Chirurg am MemorialCare Todd Cancer Institute in Long Beach, erklärt mehrere Mechanismen, durch die der Krebs zu Stuhlinkontinenz führen kann: Eine beeinträchtigte Sensibilität des Rektums, geschädigte Nervenbahnen zum Schließmuskel, vermehrte Schleimproduktion, die zu Durchfall führt, sowie eine Verengung des Darms, die flüssigen Stuhl hindurchpresst.
Experten betonen jedoch, dass Stuhlinkontinenz weit häufiger durch gutartige Ursachen wie Altersschwäche, Beckenbodenschwäche, chronischen Durchfall, frühere Operationen oder neurologische Störungen verursacht wird. Deshalb sollte das Auftreten dieses Symptoms stets ärztlich abgeklärt werden, ohne jedoch vorschnelle Schlussfolgerungen zu ziehen.